9. Mai 2017

Der Sport-Biorhythmus

by John Harris Fitness
Der Biorhythmus beim Sport

Es gibt zwei Arten von Menschen: jene die sich, wenn der Wecker morgens klingelt, am liebsten wieder unter der warmen Bettdecke verkriechen würden und jene, die putzmunter unter die Dusche hüpfen. Ausschlaggebend, ob man ein Morgenmensch, oder eine Nachteule ist, ist die innere Uhr, die bei jedem ein bisschen anders tickt. So individuell diese aber auch sein mag, der menschliche Biorhythmus zeigt bei jedem gewisse Gemeinsamkeiten. Was das mit Sport zu tun hat? Sehr viel, denn je nachdem in welcher  Phase man sich körperlich befindet, ist man leistungsfähiger, oder eben nicht. Der Alltag ist stressig, die Zeit ist knapp und stimmt man das Sportprogramm auf seinen natürlichen Biorhythmus ab, kann man das Maximum aus seinem Workout herausholen.

Was ist der Biorhythmus?

Wortwörtliches Mastermind hinter der inneren Uhr, ist ein Areal im Zwischenhirn, der sogenannte suprachiasmatische Nucleus. Hier wird die Ausschüttung des Schlaf-Hormons Melatonin und dem entgegenwirkenden Wachmacher Serotonin geregelt. Der resultierende Biorhythmus bestimmt also, wann wir aufwachen und wann wir müde sind – äquivalent ist es mit der Leistungsfähigkeit. Diese Kurven werden maßgeblich durch die Veranlagung bestimmt, können aber genauso Resultat von Gewohnheit sein. Auch, wenn ein Rhythmus einen wiederkehrenden Charakter aufweist, ist zu bedenken, dass der Körper trotz allem, Ausnahmen macht. Ist man also einmal zu seiner gewohnt leistungsfähigen Zeit matt und müde, sollte man nicht verzagen, das kann vorkommen.

Wie tickt der Biorhythmus?

Die Frage, die jetzt noch bleibt ist: Wie sieht denn der Ablauf des Biorhythmus aus? Wie bereits erwähnt, sind die genauen Auswirkungen und Prozesse selbstverständlich bei jeder Person individuell, es gibt aber gewisse Parameter, die sich generalisieren lassen.  

Morgens: 6:00 bis 8:30 Uhr

Der Cortisolspiegel ist beim Aufwachen relativ hoch und sowohl Puls, als auch Blutdruck werden gepusht, denn Cortisol ist das sogenannte Stresshormon. Die Körpertemperatur ist jedoch noch relativ gering und Muskeln und Sehnen sind noch nicht aufgewärmt. Daher raten wir hier eher zu moderatem Training, das allerdings erst nach einem Frühstück begonnen werden sollte. Als Mahlzeit empfiehlt sich hier etwas Nährstoffreiches, das nicht schwer im Magen liegt, wie etwa eine Banane oder ein Müsliriegel.

Vormittag: 8:30 bis 13:00 Uhr

Auch zu dieser Zeit ist noch viel Cortisol in der Blutbahn, was für eine hohe Konzentrations- und Leistungsfähigkeit sorgt. Lässt es der Job zu, empfiehlt sich hier also zum Beispiel ein anstrengendes Ausdauer-Workout, das durch die hohe körperliche Belastbarkeit gleich noch mehr Spaß macht.

Mittag: 13:00 bis 15:00 Uhr

Die Zeit des Mittagessens sollte man eher nicht dem Sport widmen, denn zu dieser Tageszeit ist der Körper mit Verdauen beschäftigt und richtet seine gesamte Energie darauf. Das führt auch zum altbekannten Mittagstief. Wer den Leistungseinbruch so gering, wie möglich halten möchte, sollte auf gesunde Ernährung achten, die den Körper nicht so stark belastet.

Nachmittag: 15:00 bis 20:00 Uhr

Auf das Tief, folgt das Hoch des Tages! Am Nachmittag sind Puls, Blutdruck, Atemfrequenz, Muskelkraft und Geschicklichkeit auf dem Maximum und lassen die körperliche Leistungsfähigkeit auf Hochtouren laufen. Diese Zeit eignet sich also zum Beispiel optimal zu einem nachhaltigen Krafttraining.

Tipp: Um diese Phase des Biorhythmus optimal nutzen zu können, kannst du dir deine Sportsachen ins Büro mitnehmen und danach direkt ins Fitnessstudio düsen. So kannst du nicht nur den Kopf frei bekommen, sondern auch dein körperliches Hoch bestens nutzen.

Abend: 20:00 bis 0:00 Uhr

In dieser Zeitspanne kommt es darauf an, wann der Körper es gewohnt ist, Nachtruhe zu halten. Gehst du eher spät ins Bett, ist es kein Problem, wenn du bis 22 Uhr trainierst. Doch du solltest darauf achten, bis zu drei Stunden vor dem Schlafengehen keinen Sport mehr zu machen, denn das versetzt den Körper in einen aktiven Zustand, der dazu führen kann, dass man nicht Schlafen kann.

Generell fährt der Körper ab circa 21 Uhr herunter und schaltet in den Erholungsmodus. Gönne ihm die Ruhe auch, damit du erholt in den nächsten Tag starten kannst.  

Abschließend ist anzumerken, dass die Phase des Biorhythmus nichts mit der Anzahl der verbrannten Kalorien zu tun hat! Das wird allein durch die Anstrengung des Trainings beeinflusst. Es fällt lediglich leichter, wenn man sein Sportprogramm nach dem Biorhythmus richtet, was ein sehr großer Motivationsfaktor sein kann. Der Biorhythmus tickt bei jedem etwas verschieden. Das Beste ist also: höre auf deinen Körper und entdecke Muster, die du zum Positiven in deinem Workout berücksichtigen kannst.