12. Oktober 2017

Gerätetraining vs. Freihanteltraining

by John Harris Fitness
Gerätetraining vs. Freihanteltraining

Eine der wohl am häufigsten gestellten Fragen im Fitnessbereich: Was ist besser, Gerätetraining oder Freihanteltraining? Hier scheiden sich die Geister von Personal Trainern, Fitnessexperten und Trainierenden. Die Frage kann aber auch nicht einfach und allgemeingültig beantwortet werden.

Vorteile des Gerätetrainings

 

Erlernen der Bewegungsabläufe und Übungsausführung

Gerade wenn du neu im Studio bist, zieht es dich zuerst zu den Maschinen. Hier ist eine Anleitung vorhanden und ein klarer Bewegungsablauf vorgegeben. Das ist auch gar nicht so schlecht, denn so musst du nicht an zuviel gleichzeitig denken. Anfänger sollten sich zuerst an den Maschinen probieren, da sie hier die Bewegungsabläufe kennenlernen und sich auf die reine Übungsausführung konzentrieren können. Durch die immer gleiche Bewegungsausführung an einem Gerät, hilft es deiner Muskulatur und deinem Nervensystem sich zu koordinieren. Durch diese Praxis wird dir auch der Übergang zu Kurz- und Langhanteltraining leichter fallen.

Achtung: Das bedeutet aber nicht, dass man an Maschinen weniger Fehler machen kann. Auch hier ist die Haltung, die richtige Ausführung, das passende Gewicht zu deinem Trainingsgrad und die richtige Wiederholungszahl sehr wichtig. Anfänger verschätzen sich diesbezüglich häufig und sollten die ersten Einheiten unbedingt unter professioneller Anleitung durchführen.

Isolation einzelner Muskeln

Im Gegensatz zum Freihanteltraining trainierst du beim Gerätetraining deine Muskeln isoliert. Das kann eingesetzt werden, um gewisse Muskeln zu stärken. Wenn du zum Beispiel noch keinen Klimmzug schaffst, kannst du mithilfe des Latzugs deinen Rücken stärken. Die Latzugmaschine kann allerdings als Mittelmaß zwischen Freihantel- und Gerätetraining gesehen werden, da es sich hierbei um eine komplexere Übung handelt. Isolationsübungen eignen sich auch als Zusatz nach komplexen Übungen, um den Zielmuskel komplett “auszureizen”. Das ist beispielsweise sehr beliebt bei Bodybuildern oder Frauen, deren Ziel ein größerer Hintern ist. Diese führen zuerst komplexe Übungen wie Kniebeugen und Kreuzheben durch und machen im Anschluss daran Abduktion an der Maschine oder Donkey Kicks.

Verletzungen

Gerätetraining kann auch sehr gut nach Verletzungen eingesetzt werden. Hier kannst du gut um die Verletzung “drumherum” trainieren. Sollte die Belastung der Verletzung wieder möglich sein, kann durch Gerätetraining die Stelle wieder langsam belastet werden.

Freihanteltraining

 

Funktionell und komplex

Der wohl größte Vorteil, den du beim Freihanteltraining erzielen kannst, liegt in der komplexeren intermuskulären Übungsausführung. Dadurch dass du das Gewicht ständig stabilisieren musst, arbeiten immer mehrere Muskeln auf einmal. Deine Körpermitte, dein Core, wird bei den Grundübungen deutlich stärker belastet als beim Maschinentraining. Somit verbessert sich deine Bauch- und Rückenmuskulatur, was zu einer besseren Haltung führt. Durch die Belastung verschiedener Muskelgruppen gleichzeitig, verbrauchst du außerdem mehr Kalorien.

Stärkung der Sehnen und Bänder

Durch das Zusammenspiel der Muskeln wird nicht nur in der Muskulatur ein höherer Reiz gesetzt, insbesondere profitieren auch deine Sehnen und Bänder vom Freihanteltraining. Sie werden stärker und somit sinkt auch das Verletzungsrisiko. Verspannungen oder Verhärtungen entstehen oft durch schwache Sehnen und Bänder und können durch das Training langfristig verbessert und vermieden werden.

Verbesserung im Alltag

Grundübungen wie Kreuzheben oder Kniebeugen sind Alltagsbewegungen nachempfunden. Im Laufe der Zeit haben sich Menschen Bewegungsmuster falsch angewöhnt. Das Bewegungsmuster vom Kreuzheben kann auch angewandt werden, wenn du schwere Dinge heben oder tragen musst. Außerdem fördert Kreuzheben die Stabilität der Bandscheiben und des unteren Rückens, dadurch wird Verletzungen im Alltag vorgebeugt.

Die Bewegungskomplexität im Alltag lässt sich mithilfe von freien Gewichten und Grundübungen nachahmen. Du profitierst also im täglichen Leben von der Ausführung von Grundübungen im Studio. Deine Mobilität, Koordination und Beweglichkeit verbessern sich.

Fazit

Wie du sehen kannst, haben beide Varianten ihre Vorteile. Du kannst mit beiden Varianten bis zu einem gewissen Punkt Muskelmasse aufbauen. Wenn du deinem Körper aber ganzheitlich etwas Gutes tun willst, deine Sehnen und Bänder mittrainieren willst, dann sind Grundübungen ein absolutes Muss. Langfristig wirst du, ohne Grundübungen wie Bankdrücken oder Kniebeugen keinen Kraft- und Muskelmassezuwachs erwarten können. Aber keine Sorge, du wirst nicht so aussehen wie Arnold Schwarzenegger.

Beim Freihanteltraining ist die korrekte Ausführung ein absolutes Muss, um Verletzungen zu vermeiden. Also empfiehlt es sich, dass du dir einen Trainer an deine Seite nimmst. Dieser wird dir die korrekte Ausführung zeigen.